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	<title>Christus-Weg &#187; Martin Luther &#8211; Markus</title>
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		<title>Markus 7, 31-37</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 13:34:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Santos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Martin Luther - Markus]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Markus]]></category>

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		<description><![CDATA[Markus 7, 31-37
Und da er wieder aus ging von den Grenzen Tyrus und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der Zehnten Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, dass er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Markus 7, 31-37</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Und da er wieder aus ging von den Grenzen Tyrus und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der Zehnten Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, dass er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spitzete und rührte seine Zunge. Und sah auf gen Himmel, zeufste und sprach zu ihm: Hephatha, das ist, tue dich auf. Und alsbald taten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-184"></span>1. Das ist ein einfaches Evangelium weil es nicht mehr tut, denn dass es sagt vom Wunderwerk, welches der Herr hier an dem stummen und tauben Menschen getan hat. Von diesem und anderen Wunderzeichen hören wir im Jahr oft, dass sich Christus damit erzeigt und sehen lässt, dass er der Heiland sei, der uns wieder des Teufels Zorn helfen und beistehen wolle. Darum mögen wir Gott für solche Wohltat besonders danken, dass er uns einen solchen Mann gegeben hat, der uns aus lauter Gnaden beistehen will, wider alles, dass der Teufel uns zufügen kann.</p>
<p style="text-align: justify;">2. Denn dass dieser arme Mensch also verletzt ist, dass er weder Zunge noch Ohren, wie andere Leute, brauchen kann, dass sind alles Schläge und Stiche des leidigen Teufels. Vor der Welt hat es wohl das Ansehen, dass jedermann meint, es seien natürliche Gebrechen; denn die Welt kennt den Teufel nicht, dass er so mancherlei Schaden anrichtet, die Leute toll und töricht macht, ihnen alles Unglück zufügt, nicht allein am Leib, sondern auch an der Seele, dass sie vor Angst und Traurigkeit Sterben und zu keiner Freude kommen können: wir Christen aber sollen es dafür halten, dass solche Fehler und Gebrechen alle anderes nichts, denn eitel Teufels Schläge sind; der richtet solchen Jammer auf Erden an, und tut Schaden, wo er kann.</p>
<p style="text-align: justify;">3. Darum sollen wir unserem lieben Herrn Gott billig danken, dass er unseres Jammers sich angenommen, und seinen Sohn, unseren Herrn Christum Jesum, gesandt hat, der diesem armen Menschen geholfen; und uns auch gnädig behütet hat, dass wir mit der gleichen Plage vom bösen Feinde nicht auch beschädigt sind. Denn dafür soll es ein jeder Mensch halten, so er gesunde Augen, Ohren, Hände, Füße und andere Glieder hat, dass es nicht ein natürlich, ungefährliches Gewächs sei, wie es die Welt ansieht; sondern es sind lauter Gaben Gottes. Weil aber die Welt solches nicht glaubt, sondern, weil es so gemein ist, für ein natürlich schlecht Ding hält: deswegen muss Gott zuweilen solches geschehen lassen, dass der Teufel da einen stumm und taub, dort einen blind macht, oder wohl gar tötet, auf das jedermann lerne, Gott habe es dem Teufel erlaubt, und desto fleißiger Gott dafür danke, dass er uns so gnädig vor solchem Unrat bewahret.</p>
<p style="text-align: justify;">4. Also ist es auch des Teufels Werk, dass er die Herzen verblendet durch irrige und falsche Lehre, dass sie die Wahrheit nicht sehen noch annehmen wollen. Alle Gottes Werke aber sind gut; denn er ist gut, und schafft nichts, denn was gut ist. Der Teufel aber ist böse; deswegen wo es ihm Gott erlaubt, da richtet er nichts Gutes an. Gleich wie ein Baum, der schöne gute Äpfel trägt, aber wenn das Ungeziefer kommt und zersticht es, so werden die Früchte wurmig und verderben. Solches ist aber nicht unseres Herrn Gottes Schuld, sondern der Würmer und des Ungeziefers.</p>
<p style="text-align: justify;">5. Also ist es mit uns Menschen auch. Gott ist ein Gott des Lebens, deswegen gibt er gesunden Leib und seine, geschickte Gliedmaßen. Aber der Teufel, wo er kann und Gott ihm solches erlaubt, verdirbt er den Leib und tut Schaden. Darum sollen wir es lernen, was dergleichen für Unrat uns widerfährt, dass es lauter Teufelstiche sind, der allen Menschen, besonders aber den Christen, bitterfeind ist und nichts Gutes gönnt.</p>
<p style="text-align: justify;">6. Nun ist es aber schrecklich, dass der arge, böse, mächtige Feind so viel Jammer anrichten soll. Aber dagegen tröstet uns das heutige Evangelium, von einer Gewissen Hilfe wieder solchen Feind. Denn da sehen wir, wie Johannes sagt 1 Johannes 3,8.: dass der Sohn Gottes darum erschienen ist, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Denn weil der Teufel in das Paradies darum gekommen ist, dass er unserem Herrn Gott sein Werke zerbrechen, und aus den Heiligen Frommen Menschen, Adam und Eva, ungehorsamen böse Menschen machen wollte, und es gelangt ihm solcher Anschlag: hat der Sohn Gottes wiederum gedacht, wie er sich an seinen Feinde könne rächen. Wird deswegen Mensch, und macht wieder ganz und besser, was der Teufel zerbrochenen hat; zerbricht dem Teufel auch sein Werk, die Sünde, den Tod und Hölle, und, wie wir hier sehen, macht er die Zunge wieder los, die der Teufel gebunden hatte, und tut die Ohren auf, die er verstopft hatte. Diese Werk auszurichten ist Christus gekommen, und treibt es für und für unter seinen Christen, wie wir hernach weiter hören werden. Das sei vom Wunderzeichen und Werk unseres Herrn Christi gesagt, damit er sich heut erzeiget hat, dass er ein Helfer sei der elenden Leute, und wolle heilen alle Gebrechen, die der Teufel auf uns geladen hat, und von seiner Tyrannei uns ledig machen.</p>
<p style="text-align: justify;">7. Es will aber der Herr mit diesem Wunderwerk uns auch das anzeigen, wie diese zwei Stücke sonderlich einem Christen zugehören, dass die Ohren ihm aufgetan und die Zunge gelöst sei; und dass er dies Werk täglich in seiner Kirche wider den Teufel üben wolle. Die leibliche Wohltat, dass er gesunde Ohren und Zunge gibt, lässt er auch wohl den Heiden widerfahren; aber bei den Christen allein geht diese geistliche Wohltat, dass er ihnen die Ohren geistlich öffnet und die Zunge löst. Denn das ist ja gewiss, dass wir alle unsere Seligkeit allein durch das Wort Gottes haben. Was wüssten wir sonst von Gott, von unserem Herrn Christus und seinem Opfer, und vom Heiligen Geiste? Darum ist dies noch heutigen Tages das größte Wunderwerk und die größte Wohltat, wem Gott ein solches Ohr gibt, dass sein Wort gern hört, und eine Zunge, die Gott ehrt und nicht lästert.</p>
<p style="text-align: justify;">8. Die Katholiken sind tausend Mal elender, denn dieser Stumme hier. Denn sie haben taube Ohren; und ob sie gleich Gottes Wort hören, so können und wollen sie es dennoch nicht hören. Eben wie wir an den ungläubigen Juden sehen: wenn unser lieber Herr Christus die schönste Predigt von Vergebung der Sünden und dem ewigen Leben tat, wurden sie toll und töricht, wollten es nicht allein hören, sondern lästerten noch dazu. Also sind noch alle, die Gottes Wort nicht hören wollen, taub und stumm, und in viel größerer Gefahr als dieser arme Mensch hier. Denn sie können mit ihrer Zunge anderes nicht, denn Gott lästern, und von seinem Wort, dem höchsten Schatz, auf das ärgste Reden. Die aber Gottes Wort gern hören, und zur denen Christus sagt, wie hier zum Stummen: &#8221; Hephatha &#8220;, Ohr, du sollst offen stehen: die sind es, denen recht geholfen ist wider den Teufel denn Gott hat uns keinen anderen Weg gewiesen, darauf wir in den Himmel gehen können, denn sein liebes Wort, das heilige Evangelium. Wer dasselbe gern hört, mit Fleiß merkt, und Lust und Liebe daran hat, dem ist geholfen. Das ist das eine Wunderwerk, welches noch täglich in der Christenheit geht, dass unsere Ohren, welche der Teufel durch die Sünde verstopft hat, durch das Wort wieder aufgetan werden, dass wir Gottes Wort hören.</p>
<p style="text-align: justify;">9. Das andere ist, dass er auch die Zunge wohl rühret, und uns Reden macht, wie Paulus sagt Römer 10,10.: &#8221; So man von Herzen glaubt, so wird man gerecht, und so man mit dem Mund bekennet, so wird man selig &#8220;. Durch den glauben an Christum kommen wir zu Vergebung der Sünden. Da soll danach auch das Bekenntnis folgen, dass wir nicht stumm sind, sondern Reden, wie wir es im Herzen glauben. Das macht denn einen rechten Christen; alle anderen Werke machen keinen Christen.</p>
<p style="text-align: justify;">10. Das kann wohl sein, dass ein Mönch fastet und wacht, und tut seinem Leibe weher denn ein Christi: dadurch aber kann er kein Christ werden; denn es mangelt ihm an dem, dass er noch taub und stumm ist. Das Wort will er nicht hören, viel weniger bekennen. Ein Christ aber, der hört es, glaubt es und bekennt es danach. Diese zwei Stücke machen einen Christen. Also übt unser lieber Herr Christus solches Werk noch täglich in seiner Kirche, im Geist und durch das Wort; welches Werk er dort leiblich darum getan hat, dass er sich sehen ließe, wie er wieder allen Schaden, den der Teufel uns zufügt, sonderlich aber wieder den Geistlichen Schaden uns helfen könnte und wollte, auf das wir an ihn glauben und unsere Hoffnung auf ihn setzen lernen.</p>
<p style="text-align: justify;">11. Nun müssen wir auch sehen, was der Herr mit dem sonderen Gepränge hier meint. Das Volk bringt den armen Menschen zu ihm, und bittet, er wolle ihm die Hände auflegen. So fährt er zu, führt ihn beiseite vom Volk, legt ihm die Finger in die Ohren, spuckt aus, und rühret seine Zunge damit. Danach sieht er auf gen Himmel, seufzt und spricht: &#8221; Hephatha &#8220;. Solches alles ist eine sonderliche Geberde, die der Herr besonders bei diesem Wunderwerk führt. Weil wir nun gehört haben, was es sei, recht stumm und taub sein, müssen wir auch das sehen, warum der Herr soeben hier bei diesem Wunder Werke eine besondere Zeremonie oder Gepränge hat brauchen wollen; so er doch wohl mit einem einzigen Wort solches Werk hätte können ausrichten. Denn wir sehen durch und durch im Evangelium, dass es nur um ein Wort zu tun ist; wenn er etwas haben will, so geschieht es.</p>
<p style="text-align: justify;">12. Aber der Herr treibt hier so viel Wesens um des geistlichen Wunderwerkes Willen. Denn er will damit anzeigen, wie es soviel Mühe kostet, bis man einen Tauben hörend und einen Stummen redend macht. Lazarus weckt er mit einem Wort auf. Zum Gichtbrüchigen sagt er: &#8221; stehe auf und wandle &#8220;; da war ihm schon geholfen. Aber mit diesem Tauben und Stummen hier geht er so kurz und schlecht nicht um; sondern braucht eine besondere Geberde, dass er mit den Fingern ihm in die Ohren gereift, und mit dem Speichel seine Zunge zuvor rührt, sieht auf gen Himmel, und seufzt; als dann allererst er spricht: &#8221; Tue dich auf &#8220;; uns damit anzuzeigen, so wir von des Teufels Banden wollen los werden; und eine fertige Zunge und offene reine Ohren überkommen so müsse es geschehen durch das äußerliche Wort oder Predigtamt, und durch äußerliche Zeichen. Denn das Wort müssen wir zuerst hören, und danach Taufe und Sakrament nicht zurücklassen; so will alsdann der Heilige Geist dabei sein, Ohren und Zunge losmachen.</p>
<p style="text-align: justify;">13. Darum hüte sich jedermann vor den Rottengeistern, die des äußerliche Wort und Sakrament verachten, und warten, bis Gott mit ihnen rede in ihrem Herzen. Nein, spricht Christus, da ist mein Finger, dass äußerliche Wort, dass muss in den Ohren erschallen. Da ist mein Speichel, der muss die Zungen rühren und feuchten. Also wird mein Werk recht und fertig von Statten gehen. Wie man sieht, wo das äußerliche Wort recht geht, da findet man gewisslich Christen. Wo es nicht recht geht, da findet man keine. Denn wie der Hirte ist, so sind die Schafe.</p>
<p style="text-align: justify;">14. Darum denke jedermann, dass er sich auf dieser Bahn lasse finden und Gottes Wort gern hören. Denn Gott will sich ohne dass Wort in deinem Herzen nicht offenbaren. Sollst du ihn sehen und erkennen, so muss es allein durch das Wort und die äußerlichen Sakramente geschehen; sonst will der Heilige Geist sein Werk nicht führen. Wie Gott vom Himmel herab uns lehrt, da er spricht: &#8221; das ist meint lieber Sohn, den sollt ihr hören &#8220;. Also, Christus befiehlt seinen Jüngern: &#8221; Gehet hin in alle Welt, lehret und taufet alle Völker &#8220;; also: &#8221; Wer euch höret, der hörete mich &#8220;. Da hat unser lieber Herr Christus befohlen, man soll das Maul auftun, den Leuten das Evangelium predigen, und sie taufen. Das ist die rechte Weise, dadurch wir müssen selig werden; sonst ist alles vergebens und verloren. &#8221; Wer euch höret &#8220;, spricht er, &#8221; der höret mich &#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">15. Nach dem Predigtamt hat Gott auch geordnet Vater und Mutter, Herr und Frau im Haus, weltliche Obrigkeit im Regiment. Die sind nicht von ihretwegen allein da; sondern sitzen an Gottes Statt: die sollst du, soviel dass äußerliche Leben und all dein Tun und Lassen gegen andere betrifft, auch hören, und wissen, wenn du dieselben hörst, so hörst du Gott. Ohne wenn sie ihr Amt missbrauchen, wieder Gottes Wort etwas sagen und gebieten wollten: da soll man sie nicht hören. Denn Gott soll man mehr Gehorsam sein, denn den Menschen. Und, wie gemeldet, sollst du erst Gott in der Kirche durch seine Diener hören; danach allererst die Menschen, als, deinem Vater, Mutter und Obrigkeit; was dieselben ihres Amts wegen dir sagen, dass sagt dir Gott. Darum denke auch, dass du es annehmen sollst und folgen. Nun ist es aber wahr, unser keiner ist, er denkt, er wollte hundert Meilen Weges zu einer solchen Kirche laufen, da unser Herr Gott selbst predigte; denn jedermann würde die Stimme hören wollen. Aber unser Herr Gott sagt: Ich will es dir wohl näher machen, dass du nicht so weit danach laufen darfst: höre deine Pfarrherren, deinen Vater und Mutter, so hast du mich gehört; denn sie sind meine Jünger und Amtleute; wenn du sie hörst, so will ich dir in dein Herz reden, wie diesem Tauben, dass deine Ohren sich auftun und deine Zunge soll frei sein, und du von da an bist ein hörender und redender Mensch, nicht mehr taub und Stummen, wie zuvor.</p>
<p style="text-align: justify;">16. Aber wie geht es? Kinder und Gesinde im Hause lassen ihrer Eltern und Herrschaft predigen und sagen, was sie wollen; sie aber täten nicht das Wenigste, wenn man sie nicht dazu zwingt. Also geht es mit der Obrigkeit auch, sie schaffe und heiße, was sie wolle, so findest du unter Hundert nicht einen, der mit Ernst denkt, solchen Befehl nachzukommen. Besonders jetzt, wegen der großen Gefahr, in der Deutschland jetzt schwebt, dass man Fromm sein und sich bessern, zu Gottes Wort sich fleißiger halten und vor allem Ärgernis sich hüten soll; dazu denn weltliche christliche Obrigkeit treulich die Untertanen vermahnt. Aber sie wollen nicht so um, und stellt sich die Welt, als wolle sie vorsätzlich ärger sein, denn sie zuvor gewesen ist, ehe wir das Wort gehabt haben.</p>
<p style="text-align: justify;">17. Also auch, gleichwie es im Haus und Regiment geht, so geht es auch in der Kirche, das sehr wenige sind, die mit rechtem Ernst die Predigt hören und die Ohren recht auftun. Der meiste Teil, Bürger und Bauern, sind den Kirchendiener feind, könnten sie ihnen nur viel zu Leid tun, nichts geben und überall nur nehmen, dass täten sie von Herzen gern, wie man leider überall sieht.</p>
<p style="text-align: justify;">18. Darum folgt auch die Strafe, weil man Gott, der durch Vater und Mutter, durch weltliche Obrigkeit und Kirchendiener mit uns redet, nicht hören will, dass der Teufel die Ohren je länger je härter zumacht, und die Zunge je länger je mehr bindet und schwerer macht, dass man Gottes Wort nicht hören, noch davon reden mag. Dagegen aber tut der Teufel die Ohren auf, dass man seine Lügen, Rotten, falsche Lehre, Unzucht und anderes gern hört; löst auch die Zunge, dass sie Gott lästern und jedermann ärgerlich sei. Solcher Lohn pflegt zu folgen, wo man das Wort verachtet; und geschieht den Leuten darum recht, sie wollen es so und nicht anders haben. Über das werden auch die zeitlichen Plagen nicht außen bleiben, sondern werden gewiss folgen, als, Pestilenz, Krieg, Türke und alles Unglück; damit solche Buben, nach dem sie verdient haben, ihre Strafe empfangen, wie man es bereits vor Augen sieht. Gott helfe uns, dass wir uns bessern und frömmer werden.</p>
<p style="text-align: justify;">19. Das ist die Ursache, dass der Herr hier gen Himmel aufsieht, seufzt, und gleich in einem Grimm sagt: &#8221; Hephatha, tue dich auf &#8220;. Denn es tut ihm weh, da Gott gern helfen und die Leute von des Teufels Banden durch sein Wort gern frei machen wolle, dass sie sich nicht wollen helfen lassen, und zu ihrem eigenen Verderben eilen und Gott zur Strafe dringen.</p>
<p style="text-align: justify;">20. Darum lasst uns dies Wunderwerk wohl und mit Fleiß merken, und der Frommen Leute Exempel folgen, welche den Herrn Christus hier rühmen, dass er alles wohl gemacht habe, dass die Tauben hören und die Sprachlosen reden. Solches tut er, wie gesagt, noch für und für in der Christenheit, mit seinem Finger und Speichel, das ist, durch die Heiligen Sakramente und das äußerliche Worte, dass er predigen lässt, dass die Tauben Ohren geöffnet und die Sprachlosen redend werden. Durch das, und sonst durch nichts, will der Heilige Geist in uns seine Wirkung haben. Das merket ja wohl, und haltet euch desto fleißiger dazu; denn das ist der nächste und gewißeste Weg, dass unsere Ohren aufgetan und unsere Zunge gelöst, und wir selig werden. Das verleihe uns unser lieber Herr und Heiland, Christus Jesus, Amen.</p>
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		<title>Markus 8, 1-9</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 13:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Santos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Martin Luther - Markus]]></category>
		<category><![CDATA[Markus]]></category>

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		<description><![CDATA[Markus 8, 1-9

Zu der Zeit, da viel Volks da war und hatten nicht zu Essen; rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir beharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Markus 8, 1-9<br />
</strong><br />
<em>Zu der Zeit, da viel Volks da war und hatten nicht zu Essen; rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir beharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Wüste, dass wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brots? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, dass sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankte und brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer war bei 4000, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-179"></span>1. Dies Wunderwerk hat unser lieber Herr Jesus zweimal getan. Denn ein anderes Mal hören wir, dass er mit fünf Broten und zwei Fischen 5000 Mann, ohne Weib und Kinder, gespeist hat, und sind 12 Körbe Brocken übriggeblieben. Im heutigen Evangelium aber hört ihr, wie mit sieben Broten und ein wenig Fischlein Viertausend gespeist und sieben Körbe voll übergeblieben sind.</p>
<p>2. Es scheint aber, als sei solche Wunderwerk darum auf diese Zeit zu predigen verordnet, auf das die Leute lernten, weil jetzt zur Zeit des Jahres die Ernte angeht, dass man die Früchte auf dem Feld beginnt einzuführen, dass jedermann durch dies Evangelium erinnert würde, dass es Gottes Segen sei, und Gott noch heutigen Tages mit uns das Wunder tut, dass er dazu mal in der Wüste getan hat, dass er mit einem wenigen durch seinen Segen weit reichen, und viele speisen und ernähren könne; auf das, wo gleich ein geringer Vorrat, oder das Getreide übel geraten ist, wir dennoch an diesem Trost halten, dass es nicht an dem allein gelegen sei, ob man viel habe, sondern an den Segen unseres lieben Herrn Christi.</p>
<p>3. Denn das ist der schändlichen, ungläubigen Welt eigentliche Unart: wenn sie nicht aller Dinge eine Fülle sieht und hat, so will sie bald verzweifeln, als müsste sie Hungers sterben. Und zwar Gott hat uns nun viele Jahre reichlich versorgt; noch hilft es nicht, es ist als wenn jedermann verhungern will. Dazu helfen die Geizhälse und Wucherteufel, die mit Korn und Wein zurück halten, wollen es den Leuten nicht um einen Pfennig verkaufen, sondern warten, bis es teurer werde, dass sie mehr Geld dafür bekommen. Das sind Unchristen, die von solchen Segen und Wunderwerk nichts wissen noch glauben; sonst würden sie mehr auf Gottes Wort sehen und sich an dasselbe halten, und alle Sorge dem reichen Gott im Himmel befehlen, der das kleine segnen und viel daraus machen kann.</p>
<p>4. Wir sehen aber hier zweierlei Trost, nämlich: das unser lieber Herr Christus beide, die Seele mit dem Wort und den Leib mit dem Brot versorgen will; auf das, ob er wohl die seinen lässt eine Zeitlang Mangel leiden, arm und verachtet sein (denn alle Welt ist ihnen feind, und der ihnen nicht einen wissen Brot), sie dennoch daran nicht zweifeln sollen, er wolle dafür sorgen, dass sie nicht Hungers sterben, und ihnen ein ziemliches Auskommen schaffen, mit welchem sie sich behelfen können.</p>
<p>5. Nun geht aber der Herr mit solchen Segen um nach der Regel, die er gibt in Matthäus 6,33: &#8221; Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, so wird euch das andere alles zu fallen &#8220;. Denn der Evangelist meldet, wie das Volke wohl drei Tagen bei dem Herrn beharret habe. Was meinst du aber, dass sie bei ihm getan oder gesucht haben? Ohne Zweifel anderes nicht, denn dass sie dem Wort nachgegangen und dasselbe zu hören begehrt haben. Das ist danach die Ursache, dass er sich ihrer so herzlich annimmt, und denkt, er müsste sorgen, wie sie zu Essen kriegen, dass sie nicht verschmachten.</p>
<p>6. dass also dieses die vornehmste Lehre sein soll, dass wir am ersten nach dem Reich Gottes und dem Wort trachten, und demselben nachgehen sollen. Wenn das geschehen ist, so sollen wir danach dem Herrn Christus für den Bauch sorgen lassen. Denn er hat es schon beschlossen, wenn wir seines Wortes Schüler sind, dass wir nicht des Hungers sterben sollen. Daher spricht er: &#8221; Mich jammert des Volks &#8220;. Und ist gewiss, ehe es sollte an Brot mangeln, es müssen die Steine zu Brot werden.</p>
<p>7. Eben so sagte Markus oben auch im sechsten Kapitel, da Christus die 5000 Mann in der Wüste speiset, dass er sei übergefahren und in eine Wüste gegangen. Da aber das Volke sei sein inne geworden, sind sie aus allen Städten und Flecken ihm nachgelaufen. Als er aber das große Volk gesehen hat, spricht Markus, jammerte ihn derselben, denn sie waren wie die Schafe, die keinen Hirten haben, und fing eine lange Predigt an.</p>
<p>8. Das ist der erste Jammer, welchen der Herr, als der rechte Hirte und Bischof der Seelen, ansieht, dass sie war wie eine zerstreute Herde. Gleichwie wir unter dem Papsttum auch gewesen sind: der rief St. Barbara, jener St. Katharina an; da war kein richtiger Prediger, der uns auf die rechte Weide geführt (das ist, die reine Lehre vorgehalten) hätte; alles schwebte und lebte es in Abgötterei und Irrtum. Also, sagt Markus, war es mit dem armen Volk bei den Juden auch: da waren Priester und Leviten geordnet, dass sie sollten predigen von dem zukünftigen Christus und seinem Gnadenreich. Aber was taten sie? Sie wurden aus Hirten schädliche Wölfe, predigten ihre eigenen Träume, dass die armen Schäflein verschmachteten. Eben wie wir im Papsttum, dann niemand wusste, wie er mit Gott dran war: dass Gott um Christus willen uns wollte gnädig sein, und Sünde vergeben. Jedermann meinte, sollte er selig werden, so müsste er mit seinen Werken und Leben dazu helfen. Das ist der erste Jammer und Schade, den der Herr an dem armen Volk sieht, lässt sich den zu Herzen gehen, tut ihnen eine schöne lange Predigt; als sollte er sagen: Was machen doch die heillosen Priester und Leviten? So viel Volks ist da, wollten gern etwas von unserm Herrn Gott hören und lernen; aber da ist niemand, der sie lehre und führe; die es tun sollen, haben mit ihrer Pracht, Geiz und Hoffart zu tun.</p>
<p>9. Darum spricht Markus: &#8221; Sie waren wie die Schafe, die keinen Hirten haben &#8220;. Ach, Herr Gott, wenn ein Schaf keinen Hirten hat, so ist es ein armes und verlassenes Tier. Es hat Not, wenn es keinen Hirten, Hund oder Stall hat. So ist es mit uns armen Leuten auch. Sollte der Teufel nicht da regieren, wo kein Wort Gottes noch rechte Predigt ist; weil die genug zu schaffen haben, dass sie vor dem Wolfe sicher bleiben, die das Evangelium gern hören, fleißig beten, dazu auch fromme Pastoren und treue Seelsorger haben? Darum, wo man Gottes Wort nicht rein hat, und niemand weiß, wie er beten und sich Gott befehlen soll, da ist es sehr bald geschehen, dass sich die Leute bereden lassen, dass er diesen, jener einen anderen Heiligen zum Heiland nimmt, und also alle in die Irre und unter diese Wölfe kommen.</p>
<p>10. Solchem Jammer und hoher Not wehret der Herr hier am ersten damit, dass er Predigt, und die irrigen Schäflein durchs Wort lockt und zusammenbringt. Darum haben wir große Ursache, diese Wohltat zu bedenken, und solche freundliche und liebliche Augen unseres lieben Herrn Jesu Christi zu rühmen, dass er den Leuten so in die Herzen hinein sieht, und nimmt sich so herzlich ihres Irrweges an, weil sie so dahin gehen oder Hirten. Darum, ob er wohl seiner Ruhe wegen, wie Markus sagt, in die Wüste gewichen, dennoch macht er sich hervor, und jammert ihn des Völkleins, dass sie geistlich Hunger leiden und verschmachtet sind, und tut ihnen eine lange Predigt, speiset und tröstet sie also erstlich an der Seele.</p>
<p>11.. Also ist es im heutigen Evangelium auch, da der Evangelist anzeigt: das Volks sei drei ganze Tage bei dem Herrn Christus beharret, ohne Zweifel, dass sie Predigten von ihm gehört haben. Und wäre gut, dass solche Predigten geschrieben wären; aber die Evangelisten haben allein das Werk melden wollen.</p>
<p>12. Das ist nun das erste Stück, dass unser lieber Herr Christus sorgfältig ist, und hat ein trauriges Herz über die verlassenes Seelen. lässt deswegen sein Gebet anstehen, dass er gegen seinen Vater zu tun hat, nimmt sich des armen Völkleins an und predigt ihnen.</p>
<p>13. Weil er nun ein solches Herz hat, wie, meinst du wohl, wie er am jüngsten Tag empfangen werde die unfleißigen Pastoren, die ihres Amtes nicht treu waren, dazu wohl ihre Pfarrkinder noch verführen? Gleich, Fürsten und Herren, die das Volk zur Abgötterei zwingen, und das Wort nicht rein lassen wollen? Sonderlich aber, was wollen hier unsere Bischöfe sagen und wie wollen sie sich verantworten, welche den Namen führen und das Amt rühmen, Gott habe sie zu Bischöfen und Seelsorgern gemacht, und tun doch nichts, denn dass sie wissentlich das Volk in Abgötterei halten, und zur rechten Erkenntnisse des Wortes und rechten Gottesdienstes nicht kommen lassen wollen, strafen dazu ihre Untertanen an Gut und Leid, wenn sie der Abgötterei nicht folgen wollen.</p>
<p>14. Gleich, was wollen Vater und Mutter sagen, die ihre Kinder nicht fleißig zur Kirche und dem Wort halten? Da wird er ohne Zweifel sagen: Ihr Herren und Frauen, ihr Könige und Fürsten, ihr habt so viel Seelen unter eurem Gebiet gehabt, die solltet ihr zu Gottesfurcht gezogen und fleißig zum Wort gehalten haben; aber ihr habt es nicht getan, habt sie lassen ruchlos werden und ohne alle Gottesfurcht aufwachsen. Von wem sollte ich für solchen unsäglichen Schaden Rechenschaft fordern? Von niemand, denn eben von euch Eltern, Herren und Frauen, Könige und Fürsten, denen ich befohlen habe, darauf zu sehen, dass eure Kinder, Gesinde und Untertanen etwas lernen. Denn darum ist Vater und Mutter, Fürsten und Herren nicht da, dass sie ihren Kindern und Untertanen allein Frieden schaffen und den Bauch füllen; sondern sie sollen auch mit allen Fleiß dazu tun, dass Kinder, Gesinde und Untertanen zur Wahrheit und Erkenntnis des Wortes geführt, und also vor allen Dingen die Seele ihre Speise habe, dass die Menschen gottesfürchtig, fromm und selig werden.</p>
<p>15. Darum ist das das höchste und größte Werk und der vornehmste Gottesdienst, den wir auf Erden tun können, dass wir andere Leute, und besonders die uns befohlen sind, zur Erkenntnis Gottes und dem Heiligen Evangelium bringen. Solchem guten Werk ist der Teufel sehr feind, setzt sich heftig dagegen mit Rotten und Verfolgung. Neben dem ist es an sich selber ein sehr schweres Ding und kostet viel Mühe und Arbeit, ehe man die Kinder und das junge Volk ein wenig auf die Beine bringe, dass sie die Lehre annehmen um gottesfürchtig werden.</p>
<p>16. Diesen Gottesdienst und das größte Almosen richtet der Herr hier am ersten aus, hilft den armen Leuten an der Seele. Das heißt den Sabbath recht geheiligt, damit Gott mehr gedient und den Leuten besser geholfen ist, denn wenn der Herr einem jeglichen unter ihnen, die seine Predigt gehört, hätte tausend DM geschenkt. Denn die geistliche Speise übertrifft weit die leibliche, durch welche der Mensch ewig lebe.</p>
<p>17. Diesem Beispiel sollen Vater, Mutter, Herren, Frauen und Regenten folgen, so könnten sie an ihren Kindern, Gesinde und Untertanen den Himmel verdienen, das ist, dass höchste und Gott wohlgefälligste Werk tun, wenn sie also am ersten den Seelen helfen, dass sie nicht zum Teufel führen.</p>
<p>18. Nach diesem geistlichen Almosen (nach der Predigt, welches billig das reiche Almosen heißt) geht das andere geringere Almosen auch an, dass der Herr auch dem Leibe will helfen. Denn Christus ist nicht darum gekommen, dass er Seele oder Leib verderben will; er will überall gern helfen. Darum hat es die Meinung nicht, dass sich ein Mensch zu Tode fassten oder beten soll. Aber doch soll die Übung dermaßen sein, dass der Leib gesund bleibe. Wer aber dem Leibe Schaden tut (wie im Papsttum in den Klöstern von vielen geschehen ist, die sich mit gar zuviel Beten, Fasten, Singen, Wachen, Singen und Kasteien verdorben haben, dass sie vor der Zeit haben Sterben müssen), der ist sein eigener Mörder, davor hüte dich, als vor einer großen Todsünde.</p>
<p>19. Sirach spricht im 33. Kapitel Vers 25.: &#8221; dem Esel gehört sein Futter, Geißel und Last; also dem Knecht sein Brot, Strafe und Arbeit &#8220;. &#8221; Doch, spricht er bald danach, Vers 30, lege keinem zuviel auf, und halte Maß in allen Dingen &#8220;. Der Leib ist sterblich, darum muss er seine Futter haben, dass er gesund bleibe. Danach soll er nicht müßig gehen, sondern etwas vorhaben und arbeiten, sonst wird er geil und unruhig. Zum dritten muss die Geißel oder Strafe auch da sein, dass er immer anhalte und fortfahre, nicht faul und nachlässig werde. Doch soll es ein Maß haben. Denn der Mensch kann nicht immerdar arbeiten, er muss auch seine Ruhe haben, ohne welche niemand lange kann. Daher hat auch Gott nicht allein den Tag zur Arbeit, sondern die Nacht zum Schlaf und Ruhe geordnet, und wir halten Mittagsstunde zum Essen. Denn Gott ist kein Mörder, wie der Teufel, welcher damit umgeht, dass die Werkheiligen sich zu Tode fassten, beten, wachen sollen. Aber Gott hat daran keinen Gefallen; sondern also heißt es: Halte Maß in allen Dingen, wie der weise Mann vermahnt.</p>
<p>20. Das ist der andere Trost, dass wir uns recht lernen in die Sache schicken und vornehmlich nach dem Wort Gottes trachten. Ob wir nun dasselbe in der Wüste suchen und Mangel darüber leiden müssen, da liegt es nicht dran. Wir haben einen reichen Herrn, der sich unserer Not annimmt und für uns sorgt, auf eine viel bessere Weiße, denn wir für uns selbst sorgen können. Denn wir können doch mit unserer Sorge nichts ausrichten. Aber wo Christus sorgt, da muss sich alle Fülle finden, wenn auch nichts da ist, wie man hier sieht.</p>
<p>21. Die Apostel sorgen auch, aber viele auf eine andere Weise, denn Christus; sie sprechen: &#8221; Woher nehmen dir Brot in der Wüste, dass wir sie sättigen? &#8221; Das heißt ja sorgen; aber von solchem Sorgen wird der Sache nicht geholfen. Dagegen, da Christus sich des Volkes annimmt, und denkt, wie er ihnen Essen schaffe, obgleich nur sieben Boote da sind und ein wenig Fischlein; so reicht ist doch soweit, dass 4000 Mann genug daran haben, und bleibe noch sieben Körbe voll Brocken über; Weib und Kinder sind nicht gezählt, derer werden ohne Zweifel auch viel gewesen sein.</p>
<p>22. Nun sage mir, ist es nicht wahr, wer gewiss könnte wissen, dass er mit einem einigen Gulden soweit könnte reichen und so lange davon zehren, als ein reicher Mann von 10000, der würde es sich freilich nicht anfechten lassen, ob er gleich nur einen Gulden hätte, und würde jenen mit den 10000 Gulden nichts reicher achten denn sich. Wo aber jener auf seinen großen Haufen pochen und trotzen wollte, würde dieser noch sein dazu Spotten und sprechen: Du hast zumal eine vergebliche Freude; denn auch du gleich viel hast, so hast du doch keinen Vorteil vor mir, ohne dass du mehr zählen musst, denn ich; sonst müssen dir deine 10000 Gulden ebensobald zerrinnen, als mein einziger Gulden.</p>
<p>23. Wie kommt es denn, dass wir, so alle Christen sind, oder wollen es ja zum wenigsten alle sein, nicht durchaus auch also tun, uns weder der Fülle oder des Überflusses trösten, und vor dem Mangel nicht erschrecken, noch sorgfältig darüber werden? Denn so wir Gottes Wort treulich und fleißig anhangen, soll es nicht Mangel haben; Christus sorgt für uns, und muss folgen, dass wir zu Essen haben. Denn da liegt es nicht dran, ob wir etwas oder wenig haben; es liegt an seinem Segen. So er denselben zu dem geringen Vorrat schüttet, den du hast, so wird hier nicht allein nicht zerrinnen, sondern es muss solches Segens halben auch überschießen, und mehr da bleiben, denn am Anfang da gewesen ist</p>
<p>24. Das sollten wir wo lernen, so würden wir nicht allein uns nichts bekümmern, obgleich Mangel vorfiele; sondern auch dem Geiz, der uns sonst immerdar ängstet, wehren können. Denn die Unart haben wir alle an uns, dass wir denken, wer viel habe, der dürfe desto weniger sich der Gefahr besorgen, und könne desto weiter reichen. Daher kommt es, dass jedermann gern viel haben will, und kommen die Leute endlich dahin, dass sie weder nach Gott noch den Leuten fragen, wenn sie nur ihren Geiz nachkommen und viel Gutes zusammen können scharren.</p>
<p>25. Wer nun fleißig diesem Wunderwerk nachdächte, der würde andere Gedanken fassen, und sich weder der Fülle trösten, noch den Mangel schrecken lassen denn er würde sein Herz dahin richten und schließen: Wer Christus hat, der hat einen solchen Haushalter, der aus wenig viel, ja, aus nichts alles machen kann. Dagegen nur Christus mit seinem Segen nicht ist, der müssen großer Haufen zerschlagen und von Tag zu Tag abnehmen.</p>
<p>26. Diese sieben Brote hier und die Fischlein haben vielleicht für den Herrn selbst und seine Jünger gehört auf eine Mahlzeit. Denn weil der Herr im Brauch hatte, dass er oft sich von den Leuten eine Zeitlang tat, Betens und anderes wegen, mussten die Jünger auf solches Reisen sich mit dem Essen schicken. Da aber so viel Volks zum Herrn kommt, und diese Not vorfällt, dass sie nicht zu Essen haben, muss dieser Vorrat dazu dienen, dass die ganze Menge damit gespeist werde. Sobald nun der Herrn die sieben Brot nimmt, sie bricht und den Jüngern gibt, dieselben dem Volk vorzulegen, wachsen sie unter seinen Händen zusehends, dass er immer, dass er gebrochen hat, den Jüngern reicht, und bleibt ihn doch mehr in den Händen, denn er ausspendet. Diese Kunst kann er, und beweist sie auch seinen Jüngern zu gut, dass sie seinem Wort nachgehen; aber doch nicht eher, es sei denn Not und Mangel vorhanden. Darum, wer solchen Segen begehrt, der beschwere sich des Mangels nicht, dass es eine Zeitlang übel zugeht. Halte du fest am Wort und deinem Beruf, nach Christus Befehl; danach lass ihn sorgen, wie er dich ernähre.</p>
<p>27. Denn das hat nie kein Mensch weder gesehen noch gehört, dass ein Christ wäre Hungers gestorben. Man verfolgt sie wohl, wirft sie ins Gefängnis und tötet ihrer viele; aber wenn sie zuvor das erste und reiche Almosen hinweg haben und dem Wort glauben, so haben sie alle zu Essen gefunden und sind ernährt worden. Denn daran soll einem Christen nicht gelegen sein, ob er es gleich nicht zu gut, herrlich und viel hat, wie die reichen Leute haben. Denn hier geht es auch schlecht zu. Der Herr Christus gibt seinen Gästen ein Stück Brot und Fisch, und einen Trunk Wassers, setzt ihnen nicht zehn Gerichte, und köstlichen Wein vor, wie die Reichen pflegen, die den Überfluss haben.</p>
<p>28. Also will der Herr auch, dass seine Christenheit hier die kurze Zeit ihrer Wallfahrt nicht nach großem Gut streben sollen. Sondern dass sie sich an dem geringen, dass er ihnen bescherte, genügen lassen. Denn was willst du mehr, denn dass du dich des Hungers erwehren und gesunden Leib behalten könntest? An dem lasse du dir genügen. Haben es andere Leute besser, so mögen sie Gott dafür danken, und sich hüten, dass sie mit dem Überfluss nicht sündigen und zu ihrem eigenen Schaden missbrauchen.</p>
<p>29. Denn man sieht, dass der Reichen Kuchen nicht jedermann dienen, und die Leute nicht lang gesund dabei bleiben; das mancher sich lieber ein Stück Brot und einen frischen Trunk Wassers wünschen sollte, dabei er möchte gesund bleiben, denn solchen Überfluss, da Krankheit und ungesunder Leib aus folgen muss. Wie man bei den Reichen sieht, die mehr nach Wollust, denn was dem Leib gesund ist und zur Notdurft dient, trachten. Darum geschieht es ihnen auch so, dass ihrer viele vor der Zeit an mancherlei Seuchen sterben. Der dagegen arme Leute, die da Essen und Trinken zu ihrer Notdurft, was sie haben, dabei frisch und gesund bleiben, und viele Jahre erreichen. Die Reichen könnten fein und mäßig zehren und leben, des Überflusses weniger machen, mit zwei, oder auf das meiste 3 Gerichten, sich behelfen, dass sie satt würden, fröhlich, guter Dinge und lustig dabei bleiben. Das tun sie nicht, sondern machen der Wollust zuviel, tun damit ihren Leib und Leben weh, dass sie noch in ihrer Jugend siech und krank werden, und vor der Zeit sterben müssen.</p>
<p>30. Über das, wo bleiben dabei die Armen, die das trockene Brot nicht haben können, die ja die Reichen nicht sollten Not leiden lassen, wenn sie vor den großen Unkosten und Überfluss dazu könnten kommen, den sie auf Kleidung wenden, da nicht allein überflüssig alles voll auf sein, sondern auch viel unnützlich umkommen und verderben muss? Denn die Unart haben gemein die Reichen an sich, die des reichen Mannes, Lukas 16 Schüler und Nachfolger sind, dass sie sich nicht lassen dauern, was zur Pracht, Überfluss und Wollust gehört und dient. Wo sie aber einem Armen einen Rock geben, oder sonst Hilfe tun sollen, dessen beschweren sie sich, oder tun es ungerne; und wo sie reichlich den Armen geben und helfen sollen, tun sie es unbillig, und stellen sich, als stünde ihnen ihr Verderben dann an.</p>
<p>31. Darum tut unser Herr Gott über die Maßen recht, dass er es ihnen entweder lässt alles zerrinnen, wo sie zuvor im Wein gebadet haben, dass sie hernach kaum das liebe Wasser haben; oder, so sie am Gut keinen Mangel leiden, müssen sie am Leib ihre Marter und Plage haben, welches verdrießlicher und weher tut. Wie man denn sieht, dass die Reichen ihre sondere Plage und Krankheiten haben, Zipperlein, Stein, Grimmen, Lähme und dergleichen. Das haben sie davon, dass sie ihres Leibes sowohl wissen zu warten, und lassen daneben die armen, dürftigen Leute Not leiden; dienen Gott solchen Mangel, den sie leiden, erstattet, ob sie gleich nur ein trockenes Brot und einen Trunk Wasser haben, dass sie doch gesund, fröhlich und guter Dinge dabei sind. Dies habe ich zu einer Erinnerung hier melden wollen, da wir hören, wie der Herr seine Gäste so kurz abspeiset, mit einem Stück Brot und einem Stück Fisch.</p>
<p>32. Also dient das heutige Evangelium dazu, dass wir unseren lieben Herrn Jesum Christum als einen gnädigen Herrn und Vater sollen erkennen lernen, der Leib und Seele gerne will helfen, und mit der nötigen Hilfe am ersten kommt, dass er sein Wort mit uns teilt, und dadurch lehrt, wie wir Gott erkennen und aus Gnaden sollen selig werden. Danach wer das Wort halben in Mangel kommt und leiden muss, da will er uns auch nicht lassen, sondern seinen Segen zu unserem kleinen Vorrat setzen, dass es wohl ergeben und sich mehren soll wieder aller Welt Vernunft und Gedanken. Für solche Lehre sollen wir Gott heute danken, und bitten, dass er mit seinem geistlichen und zeitlichen Segen uns durch Christus versorgen wolle, Amen.</p>
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		<title>Markus 5, 21-43</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 11:06:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Santos</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Und da Jesus wieder herüber fuhr im Schiff, versammelte sich viel Volks zu ihm, und war an dem Meer. Und siehe, da kam der Obersten einer von der Schule, mit Namen Jairus. Und da er ihn sahe, fiel er ihm zu Füßen, und bat ihn sehr und sprach: meine Tochter ist in den letzten Zügen; du wollest kommen und deine Hand auf sie legen, dass sie gesund werde und lebe. Und er ging hin mit ihm; und es folgte ihm viel Volks nach, und sie drängten ihn. Und da war ein Weib, das hatte den Blutgang 12 Jahr gehabt, und viel erlitten von vielen Ärzten und hatte alle ihr Gut darüber verzehrt, und half sie nichts, sondern viel ehr ward es ärger mit ihr. Da die von Jesu hörte kam sie im Volk von hinten zu und rührete sein Kleid an. Denn sie sprach: Wenn ich nur sein Kleid möchte anrühren, so würde ich gesund. Und alsbald vertrocknete der Brunn ihres Bluts; und sie fühlte es am Leibe, dass sie von ihrer Plage war gesund worden. Und Jesus fühlete alsbald an ihm selbst die Kraft, die von ihm ausgegangen war, und wandte sich um zum Volk und sprach: Wer hat meine Kleider angerühret? Und die Jünger sprachen zu ihm: Du siehst, dass dich das Volk dränget, und sprichst: Wer hat mich angerühret? Und er sah sich um nach der, die das getan hatte. Das Weib aber fürchtete sich und zitterte (denn sie wusste, was an ihr geschehen war), kam und fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er sprach aber zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht; gehe hin mit Frieden und sei gesund von deine Plage. Da er noch also redete, kamen etliche vom Gesinde des Obersten der Schule und sprachen: Deine Tochter ist gestorben, und was mühest du weiter den Meister? Jesus aber hörete bald die Rede, die da gesagt ward, und sprach zu dem Obersten der Schule: Früchte dich nicht, Glaube nur. Und ließ niemand ihm nachfolgen, denn Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder Jacobi. Und er kam in das Haus des Obersten der Schule und sahe das Getümmel und die da sehr weineten und heuleten. Und er ging hinein und sprach zu ihnen: Was tummelt und weinet ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Und er trieb sie alle aus und nahm mit sich den Vater des Kindes und die Mutter und die bei ihm waren, und ging hinein, da das Kind lag. Und ergriff das Kind bei der Hand und sprach zur ihr: Talitha kumi, das ist verdolmetscht, Mägdelein, ich sage dir, stehe auf. Und alsbald stand das Mägdelein auf und wandelte; es war aber 12 Jahre alt. Und sie entsetzten sich über die Maße. Und er verbot ihnen hart, dass es niemand wissen sollte, und sagte, sie sollten ihr zu Essen geben.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-83"></span>1. Im heutigen Evangelium hören wir von zwei Wunderwerken, die beide groß und trefflich sind. Das erste, von dem kranken Weiblein, dass so einen festen Glauben an den Herrn Jesu hat, dass sie hofft, wenn sie nur sein Kleid heimlich, ohne sein Wissen, anrühren möchte, sie wollte sobald gesund werden. Das andere, vom Obersten der Schule, der auch Glaube, obwohl seine Tochter gestorben ist, so könne doch der Herr ihr das Leben wieder geben. Das also in beiden Wunderwerken der Glaube trefflich gepriesen wird; uns zum Beispiel, weil der Glaube an Christum so große Dinge ausgerichtet, dass wir dadurch uns reizen lassen, und auch gern zu diesem Mann uns finden, zu welchen niemand je sich etwas Gutes versehen hat, dass ihm nicht gewiss wiederfahren wäre, wie er geglaubt hat.</p>
<p style="text-align: justify;">2. Die erste Geschichte ist von dem armen Weiblein, welches eine gefährliche, schwerer Krankheit hatte. Da sagt Markus besonders von, sie habe alt ihr Gut unter den Ärzten verzehret; denn sie habe diese Plage 12 ganze Jahr gehabt, und sei mit ihr von Tag zu Tag ärger geworden; dass es ein Wunder ist, dass sie es so lang hat können aushalten; und wird ihr doch so leicht vom Herrn geholfen: dass sie nicht mehr tut, denn, wie sie gehört hat, dass etliche gesund geworden sind, die nur sein Kleid an gerührt haben, denkt sie, sie werde auch so gesund werden; drängt deswegen unter dem Volk zum Herrn, darf ihn nicht darum bitten, sondern vor großer Demut gedenkt sie, sie wolle es ihm heimlich stehlen, und rührt sein Kleid an. Alsbald, wie sie geglaubt hatte, ward ihre Sache besser, und die Krankheit ließ nach, mit der sie zuvor so viel Mühe gehabt hat, aber umsonst und vergebens, ja, auch mit ihrem großen Schaden. Denn, wie Markus sagt, ist&#8217;s mit ihr je länger je ärger geworden.</p>
<p style="text-align: justify;">3. Hier ist besonders zu merken, dass der Herr solche Hilfe sich nicht will stehlen lassen, dass es niemand erfahren soll; sondern fragt, wer ihn angerührt hat? Die Apostel denken dieses sei eine närrische Frage, dass er so genau fragt, wer ihn angerührt hätte, weil das Volk sich so um ihn her drängte. Aber der Herr wusste, was ihnen verborgen war. Denn es war nicht ein schlechtes anrühren mit den Händen; sie rührete ihn mit dem Herzen und festem Vertrauen auf seine Gnade und Allmächtigkeit an. Darum auch eine besondere Kraft von den Herrn Jesu ausgegangen war, die er fühlte. Solch ein anrühren will der Herr nicht heimlich geschehen lassen; und zum Beispiel. Treibt also das Weib mit seinem Fragen, dass sie hervor muss, und muss sich sehen lassen, und alles, was sich mit ihr zugetragen, öffentlich vor jedermann bekennen; auf das er Ursache habe solchen Glauben zu rühmen, und uns alle lehre, dass es ihm ein lieber Dienst für uns sei, wo wir uns seine Hilfe trösten und Gutes bei ihm suchen; rühmt deswegen das Weiblein sehr hoch, und redet sie herzlich an: &#8221; sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen &#8220;. Da müssen die Jünger selbst bekennen, der Herr hat nicht vergebens gefragt; es sei nicht ein schlechtes Anrühren, sondern etwas besonderes, da den Herrn und uns allen an gelegen sei.</p>
<p style="text-align: justify;">4. Es ist aber eine wunderliche Rede, die der Herr hier tut, wenn wir es nur recht bedenken wollten. Er bekennt, es sei eine Kraft von ihm ausgegangen. Wie nun das Weiblein da vor dem Herrn steht, und bekennt die Wohltat, die er ihr erzeigt hat, lässt sich der Herr nicht merken, dass solche Kraft von ihm ausgegangen sei; sondern schreibt es dem Glauben dieser Frau zu, so doch nicht sie selbst, sondern der Herr ihr geholfen hatte. Solches tut der Herr darum, uns damit anzuzeigen, was für eine große Lust er daran habe, wenn du alles Gute und Hilfe bei ihm suchst. Als wollte er sagen: sehet zu und lernet nur getrost glauben, es sei die Not gleich groß wie sie ist; denn ich will euch viel lieber helfen, denn ihr es erhoffen könnt. Ich will viel lieber vom Tod erlösen, denn ihr das Leben habt. Wie er es hier mit dem Werk beweiset, da es so leicht zugeht, und er die Kraft so gern von sich gehen lässt.</p>
<p style="text-align: justify;">5. Darum sollten wir an solchem Beispiel lernen, dass wir auch glaubten, und uns alles Gute von Christo erhofften in allerlei unserer Not und Anliegen. Aber was geschieht? Wie hören solches in der Predigt, man sagt es uns im Haus, wir greifen seine Wunder, die er noch täglich tut; dennoch will es mit dem Glauben nicht besser werden. Wer Kasten und Keller von hat, der glaubt, wie schwer er für das nächste Jahr mit Essen und Trinken haben werde. Wer gesund ist, der glaubt, dass ihm Gott helfen könne. Wenn wir aber in Armut und Krankheit kommen, dann ist der Glaube aus. Mehr tun wir nicht, denn dass wir klagen und schreien, und denken, es sei nirgends eine Hilfe mehr, ob wir wohl alle Tage hören, Gott wolle durch Christum uns gnädig sein und gern helfen.</p>
<p style="text-align: justify;">6. Wie treibt sich aber solches mit diesem Weiblein hier? dass vielleicht nur ein oder zweimal von dem Herrn Christo und seinen Wundern gehört hat, und fällt ihn doch mit einem solchen starken Glauben an, dass, selbst wenn der Herr Christus oben im Himmel gesessen, hätte sie mit solchem Glauben den Himmel zerrissen und ihn herunter gebracht, dass er ihr hätte helfen müssen. Denn wie gesagt, er kann die Hilfe nicht abschlagen, wo man sie mit Ernst rechtem Glauben bei ihm sucht.</p>
<p style="text-align: justify;">7. Darum sind wir wahrlich, Gott sei es geklagt, heillose Leute, die wir Gottes Wort so reichlich haben, und doch mit dem Glauben nicht vorwärts kommen wollen. Solches ist des Teufels und unseres schändlichen alten Adams Schuld. Sonst sollten wir ja, wenn wir ernstlich verlangen hätten, gerecht und selig zu werden, und zu haben, was wir bedürfen, auch an Christum Glauben und durch ihn alles hoffen. Denn wie gehört, der Glaube kann nicht fehlen. Darum rühmt ihn der Herr hier sehr und sagt: &#8221; Dein Glaube hat dir geholfen &#8220;. Derselbe Glaube an Christum wird auch uns helfen, und von den Toten zum Leben auferwecken, den Teufel überwinden, die Sünde verjagen und uns selig machen. Solche Werke, obwohl sie Christus tut, so heißen sie doch des Glaubens Werke. Denn ohne den Glauben kann man nicht dazu kommen; wie wir wisst, dass Christus selbst, die Heiligen Sakramente und das Wort Gottes oder die Predigt außerhalb des Glaubens nicht helfen oder nützen können. Der Glaube muss es tun, oder es bleibt ungetan. Das ist das erste Wunderwerk.</p>
<p style="text-align: justify;">8. Das andere Wunderwerk ist von dem gestorbenen Mägdelein, dass ebenso alt, wie Lukas sagt, gewesen ist, solange diese Krankheit gedauert hat. Da wusste nun niemand anders, denn dass das Mägdelein gewiss Sterben würde; darum war alles schon zugerichtet, was man bei verstorbenen Leuten, die man beerdigen wird, zu tun pflegt. Die Pfeiffer standen im Haus; denn die Juden haben keine Glocken gehabt, sondern wie wir bei den Toten läuten, also haben sie vor der Tür einen Trauergesang posaunen lassen. So hatte sich das Volk zum Leichengang gesammelt, dass es ein großes Getümmel im Haus war; wie es an solchen Orten eben zugeht.</p>
<p style="text-align: justify;">9. Indem geht der Vater des Mägdelein hin, da alle Welt keine Hoffnung mehr hat (denn was kann man menschlich hoffen, wenn ein Mensch dahinstirbt, mit einem seltsamen, wunderlichen Gedanken, dass er hofft, wenn er Christum habe, so könne seine gestorbene Tochter wohl wieder lebendig werden. Denn also Zeugen seine Worte. Er fällt vor dem Herrn nieder, und spricht: &#8221; Herr, meine Tochter ist gestorben; aber kommt, und lege da der Hand auf sie, so wird sie wieder lebend &#8220;. Denn obschon Markus und Lukas sagen, er sei zu Jesu gekommen, da die Tochter noch in den letzten Züge gelegen; so melden sie doch, ehe Christus ins Haus gekommen, sei das Mägdelein gestorben, und zeigen fein an, dass der Vater dennoch geglaubt und solche Zuversicht zum Herrn behalten habe, er werde ihr helfen und sie vom Tode aufwecken. Wer hat doch sein Lebtag wunderlichere Leute gesehen oder gehört? Das Weiblein, dass an der ganzen Welt Hilfe verzagen muss, fast den Gedanke, sie wollen gesund werden, wenn sie nur dem Herrn so nahe könne kommen dass sie in einen Zipfel seines Rockes anrühre. Und ihr Gedanke fehlet nicht; wie sie es glaubt, also widerfährt es ihr. Also der Vater hier, dem seine Tochter gestorben war, fast den Glauben, so der Herr nur seine Hand auf das tote Mägdelein lege, so werde sie wieder leben.</p>
<p style="text-align: justify;">10. Ja, möchtest du sprechen, wenn es ein schlechter Schlaf, nicht der bittere Tod selbst wäre, so möchte man mit der Hand etwas ausrichten. Aber da wird keine Hand, kein rütteln, kein stoßen, kein anschreien, noch etwas anderes helfen, alles scheint verloren. Also kann und muss die Vernunft denken. Aber der Oberste hatte nicht solche Gedanken; sonst würde er daheim geblieben und dem Herrn Christo nicht fein nachgelaufen.</p>
<p style="text-align: justify;">11. Hier sehen wir aber einmal, wie so ein herzlich Wohlgefallen der Herr an solchem Glauben habe, welchen die Vernunft für lauter Narrheit achtet. Denn ob er wohl da Nötiges zu schaffen und eine scharfe Diskussion mit Johannes seinen Jüngern hatte: trotz des selben alles, sobald er diesen Glauben und Zuversicht sieht, macht er sich auf, folgt dem Oberste nach, wohl denkt, er müsse tun, wie dieser Mann glaubt. Darum, da er ins Haus kommt, sieht, dass alle Dinge so zugerichtet sind, wie bei gestorbenen Leuten: besorgt er, es möchte dem Vater das Elend unter die Augen schlagen, und andere Leute Beispiel und Unglaube möchte ihn abwendig machen; fährt er bald zu und tröstet den Vater mit Worten, heißt das Volk aus dem Hause gehen, dass sich zum Leichengang versammelt hatte. Als wollte er sagen: Ihr Leute, was macht die hier? Meint ihr, ihr wolltet mit der Leiche gehen? Oh nein, geht an Orte, wo jemand gestorben ist, hier ist niemand gestorben; das Mägdelein schläft nur.</p>
<p style="text-align: justify;">12. Nein, sprechen die anderen, es schläft nicht, es ist gestorben, wir sind darum da, dass wir es wollen zur Erde bestatten. Du musst wohl nicht Weise sein, dass du meinst, wir wissen den Unterschied nicht, ob ein Mensch schläft oder gestorben ist. Darum meldet der Evangelist, sie haben ihn verlacht, und für einen Toren gehalten, der nicht wisse, was Schlaf oder Tod sei. Aber der Herr beruht auf seiner Meinung, und liegt ferner allein daran, dass er es mit dem Werk beweise, ob er recht habe oder nicht. Da ist kein Mensch, der es mit ihm und für wahr hielte, denn des Mägdeleins Vater. Dar lässt sich der Herr genügen um seinetwillen, das ist, um seines Glaubens willen, beweist er es mit dem Werk; da sonst, wo solchen Glauben der Vater nicht gehabt, dass Mägdelein gewiss tot geblieben, und nicht geschlafen hätte. So ein treffliches Ding ist es um den Glauben, dass man sich zum Herrn Christus etwas Gutes versehen kann.</p>
<p style="text-align: justify;">13. Darum tritt der Herr hinzu, greift das Mägdelein an, schüttelte es ein wenig mit der Hand, nicht anders, wie wir mit einem schlafenden Kind umgehen, wenn wir es aufwecken wollen. Denn also glaubte der Vater; und der Herr will nicht anders tun, denn als der Vater glaubte. Bald richtet das Mädchen sich auf, nicht anders, denn als wäre es in einem feinen, sanften Schlaf gelegen.</p>
<p style="text-align: justify;">14. Diese Worte sollten wir fleißig merken, dass der Herr hier spricht: &#8221; Das Mägdelein ist nicht tot, sondern es schläft &#8220;; denn es sind tröstliche Worte, da wir, wo sie zu kaufen möglich wären, gern alles darum geben würden, dass wir sie erhalten und behalten, verstehen und glauben könnten. Denn wer eine Toten Menschen also könnte ansehen, als läge er auf einem Bett, und schliefe; wer sein Gesicht so verkehren, und den Tod für einen Schlaf könnte halten: der möchte sich wohl rühmen, er könnte eine besondere Kunst, die sonst kein Mensch kann.</p>
<p style="text-align: justify;">15. Aber wir erfahren und sehen es an uns und anderen Leuten, je höher die Vernunft bei einem Menschen ist, um so weniger glaubt er solches und lacht. Wie man hier sieht, dass sie des Herrn spotten, und denken: Sollte dieser die Toten lebendig machen? Er wird nicht bei Sinnen sein, dass er dafür hält, ein verstorbener Mensch schlafe und sei mit einer Hand wieder lebendig zu machen. Also geht es; denn Gottes Weisheit ist so hoch, dass sie die Vernunft für lauter Narrheit hält. Denn denke du, so dir ein Kind wäre gestorben, und ich sagte zu dir: Ei, es ist nicht gestorben, siehst du nicht, dass es nur schläft und mit einem Finger aufzuwecken ist? Da würdest du denken, wie spotte deinem Elend, und würdest zu mir sagen, ich sollte dich zufrieden lassen. Eben also haben diese hier dem Herrn Christus auch getan.</p>
<p style="text-align: justify;">16. Darum lerne du aus dem heutigen Evangelium dies, dass der Tod gegen den Herrn Christum nichts anderes ist, denn ein Schlaf; wie wir hier sehen, dass er das gestorbene Mägdelein mit der Hand aufweckt, als aus einem Schlaf. Das Weiblein hat ihre Krankheit, und hat sie doch nicht, da sie zu Christus kommt. Und die Krankheit ist dem Herrn Christus keine Krankheit. Wie das andere Beispiel mit den Weiblein zeigt, welches sehr krank war; aber sobald sie zu Christus kommt und sein Kleid anrühret, muss die Krankheit weichen.</p>
<p style="text-align: justify;">17. Also erzeigt sich der Herr in anderen Nöten und Gebrechen auch. Die Blinden, so Hilfe bei ihm suchen, werden sehend, die Sünder gerecht, die Verlorenen selig. So wunderbar kann er mit uns umgehen. Was er redet, ist vor unseren Augen nicht allein nichts, sondern gerade das Widerspiel. Also, dass Mägdelein ist vor aller Menschen Augen tot; aber vor meinen Augen, spricht Christus, lebt und schläft sie. David ist vor seinen und aller Welt Augen ein armer Schafhirte; aber vor mir ist der ein König. Ihr alle, die ihr an mich glaubt, seid vor euch arme Sünder; aber vor mir große Heilige und wie die Engel Gottes. Denn es ist mir nicht mehr, denn um ein Wort zu tun, so muss Sünde, Tod, Krankheit weichen, und Gerechtigkeit, Leben und Gesundheit statt dessen sein. Wie ich rede, so muss es durch ausgehen, und nicht anders, es scheine gleich vor der Welt möglich oder unmöglich. Darum redet unser Herr Gott hier auch so ein wunderlich Wort, welches eine große Lüge vor der Welt ist, da er sagt vom Mägdelein, es sei nicht tot, sondern er schlafe. Wenn er allein gesagt hätte, es schläft, hätte in die Leute wohl sagen mögen, es ist ein Schlaf bis an den jüngsten Tag. Aber er sagt rund heraus: Sie ist nicht tot, sondern sie lebt! Vor euch und in euren Augen lebt sie nicht; aber vor mir lebt sie. Und das ihr sehe, dass es wahr sei, wecke ich sie nur mit einem Finger, wie ihr eure Kinder vom Schlaf aufweckt.</p>
<p style="text-align: justify;">18. In der Summe, dass alles geht dahin, dass wir unsere Not nicht ansehen sollen nach der Vernunft, mit fleischlichen Augen, sondern mit Christenaugen. Das sind solcher Augen, wenn sie in den Tod, Sünde und Hölle sehen, können sie gewiss sagen: Ich sehe keinen Tod, ich fühle keine Sünde, ich bin nicht verdammt; sondern wie sehe durch Christum lauter Heiligkeit, Leben und Seligkeit. Also, wenn ich arm bin, fühle ich keine Armut, ich denke, ich habe alles genug; denn ich habe Christus, der mir alle Stunden geben kann, was sich bedarf, ob ichs gleich nicht habe.</p>
<p style="text-align: justify;">19. Wer solche Augen hätte, der möchte sich rühmen, er hätte Christenaugen, der würde weit anders die Sache ansehen, wenn eine teure Zeit oder die Zeit des Sterbens, als die Welt zu tun pflegt. In der Teuerung sieht jedermann, was er im Keller und auf dem Boden habe; danach er da findet, danach steht ihm der Sinn. Findet er viel, so ist der fröhlich; findet er wenig, so ist der betrübt und will verzweifeln. Also in solch einer Zeit: wer da fliehen kann, der fliehe, und denkt, er wolle an einem anderen Ort sicher sein. Aber ein Christ, der einen festen Glauben an Christum hat, würde so denken: Wenn ich denn, wo es möglich wäre, gleich tausend Mal die Pest an meinem Leibe hätte, will ich nicht darum nicht zu Tode fürchten; denn ich habe Christus. Ist es sein Wille, so soll mir die Pest wenig schaden, als ein Floh unter meinem Arm; der frisst und sticht wohl ein wenig, er kann mir aber das Leben nicht nehmen. Und ist gewiss, wer ein solchen Herz könnte fassen, der würde sicher bleiben ohne Furcht guter Dinge sein. Aber weil wir nicht glauben und solche geistlichen Augen nicht haben, kommt es, dass wir uns so fürchten und verzagen, und in so närrische Gedanken geraten, als könnten wir dem Zorn Gottes über zehn oder zwanzig Meilen entfliehen.</p>
<p style="text-align: justify;">20. Nun zeiget der Herr Christus, dass auch die, so vor unseren Augen gestorben, begraben und längst verfault sind, weil Gott leben. Daher sagt der Herr im Evangelium, Matthäus los 22,32: &#8221; Es steht geschrieben: Ich bin der Gott Abraham, Isaak und Jakob; Gott aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen Gott &#8220;. Darum müssen Abraham, Isaak und Jakob leben, und nicht tot sein; so sie doch länger als dreitausend Jahre in der Erde gelegen, und längst zur Asche geworden sind, dass weder Haut noch Haar von ihnen da ist. Aber Christus beweist stark, dass sie leben. Ursache: Gott muss es alles leben, uns aber ist alles tot. Denn Welt und Vernunft kann anders nicht, denn den Tod sehen. Aber der Christen Augen sollen sehen, dass sie nicht sehen und nur im Wort hören; wie ihr der Vater und Christus dass gestorbene Mägdelein ansehen.</p>
<p style="text-align: justify;">21. Gleich wie ich nun hier vom Tod sage, also ist es mit der Sünde auch. Ich soll wissen und bekennen, dass ich ein Sünder bin, und sollte dennoch eitel Heiligkeit und Gerechtigkeit glauben und hoffen. Denn der steht unseres Herrn Christi Wort in der Taufe: &#8221; Wer glaubet und getauft ist, wird selig werden &#8220;; also, im Abendmahl: &#8221; Esset, dass ist mein Leib, der für euch gegeben wird; trinket, das ist mein Blut, dass für euch vergossen wird zu Vergebung der Sünden &#8220;. Solchem Wort soll ich glauben, dass es wahr sei; und ob ich gleich das Widerspiel bei mir sehe und fühle, so soll ich doch mich nichts daran kehren, sondern allein auf das Wort sehen und hören, was es mir sagt. Also, so du einen Christen siehst sterben, da sehen deiner Augen einen Toten Menschen; aber solche Kuhaugen tue zu, und tue die geistlichen Augen auf, die auf das Wort sehen; so wirst du finden, dass solcher Mensch nicht tot ist, sondern vor Gott lebet. Denn der sieht das Wort Christi: &#8221; Der an mich glaubet, der wird den Tod nicht sehen ewiglich &#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">22. So sollen wir nun aus dem heutigen Evangelium lernen, dass alles Unglück, wie groß es vor deinen Augen ist, vor unseren Herrn Christus weniger denn nichts ist. Denn so der Tod an einem Christen nichts sein soll, so wird je Blindheit, Aussatz, Pest und andere Krankheit noch geringer und weniger sein müssen. Darum, so du Sünde, Krankheit, Armut oder anderes an dir siehst, sollst du nicht erschrecken; tue die fleischlichen Augen zu, und die geistlichen auf, und spricht: Ich bin ein Christ, und habe einen Herrn, der mit einem Wort diesem Unrat allem wehren kann. Was will ich mich darum so sehr bekümmern? Denn gewiss ist es, ebenso leicht Christus diesem Mägdelein von dem leiblichen Tode, darin es lag, hilft: so leicht will er uns auch helfen, wenn wir nur glauben und uns der Hilfe zu ihm versehen.</p>
<p style="text-align: justify;">23. Nun sollen wir hier auch das bedenken, dass diesem Mägdelein geholfen wird nicht durch seinen Glauben (denn wer tot ist, der glaubt nicht, ebenso wenig als er hört oder sieht); aber ihr Vater glaubt, und ist solcher fremder Glaube so mächtig, dass sie wieder lebendig wird. Denn wie Christus sagt, alle Dinge sind dem Glauben möglich. Also ein gewaltig Ding ist es um den Glauben. Es sei ein Ding so groß es wolle, kannst du es glauben und auf Christus hoffen, so soll es Ja sein; uns soll weder Teufel noch Tod so stark sein, dass sie es wehren könnten. Wie wir in beiden Wunderwerken hier sehen: die werden uns darum vorgehalten, und der Glaube wird darum vom Herrn Christus selbst so hoch gelobt, dass er uns dazu reize, dass wir die Kreatur vor Gott viel anders ansehen lernen, denn vor uns.</p>
<p style="text-align: justify;">24. Darum, ob wir uns arm und tot scheinen, in Sünden stecken, an der Pest oder anderen Krankheiten danieder liegen; sollen wir doch glauben, vor Gott habe es ein ganz anderes Ansehen, und fröhlich sagen: obgleich Armut, Pest und Tod da ist, so weiß ich doch, als ein Christ, von keiner Armut, Tod noch Pest; denn vor meinem Herrn Christus ist es lauter Reichtum, Gesundheit, Heiligkeit und Leben. Ob ichs aber noch nicht sehe, ist es ihm nur um ein Wort zu tun, so werde ich es auch mit leiblichen Augen sehen, dass es wahr ist, und geschieht gewisslich also. Gott gebe uns um Christi, unseres Erlösers und seines Sohnes, Willen, durch seinen Heiligen Geist auch solche geistliche Augen, dass wir uns alles Unglück anders, denn die Welt, ansehen, und solchem Trost behalten, und endlich mögen selig werden, Amen.</p>
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